
Integration braucht Partner: Vier Jahre, drei Standorte, ein gemeinsames Ziel
Am 6. Oktober trafen sich Vertreter*innen aus Politik, Arbeitsverwaltung, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in München zum Forum „Ergebnisse und Perspektiven der KAUSA-Landesstelle Bayern“. Die Veranstaltung bildete den vorläufigen Abschluss von vier Jahren intensiver Netzwerkarbeit. Ziel der KAUSA-Landesstelle Bayern ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte den Zugang zur dualen Ausbildung zu erleichtern und die Ausbildungsbeteiligung in ganz Bayern zu stärken.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Peter Michel, Geschäftsführer der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Catrin Hannken vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Karl Straub, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung. Gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern würdigten sie die Ergebnisse der vergangenen vier Jahre und warfen zugleich einen Blick auf die Herausforderungen der Zukunft in den Bereichen Ausbildung, Integration und Fachkräftesicherung.
Von Elternabenden bis zur KAUSA-Toolbox
Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Aktivitäten der Projektstandorte Augsburg, Nürnberg und Aschaffenburg. Die vorgestellten Beispiele machten deutlich, wie breit das Angebot der KAUSA-Landesstelle Bayern aufgestellt war: Mehrsprachige Elternabende informierten Familien über die Chancen der dualen Ausbildung, Schulungen unterstützten Multiplikator*innen in ihrer Arbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte und Veranstaltungen in Migrantenorganisationen eröffneten neue Zugänge zu wichtigen Zielgruppen. Gleichzeitig wurden migrantengeführte Unternehmen beraten und auf ihrem Weg zum Ausbildungsbetrieb begleitet.
Auf diese Weise entstanden neue Zugänge zu Familien, Migrantenorganisationen und Unternehmen, die mit klassischen Informationsangeboten oft nur schwer erreicht werden.
Auf großes Interesse stießen zudem die Veranstaltungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz im Bewerbungsprozess. Insbesondere die Workshops „Bewerben mit KI und wenig Deutsch“ trafen auf eine hohe Nachfrage.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung nachhaltiger Instrumente. Mit der digitalen KAUSA-Toolbox entstand ein umfangreiches Informationsangebot rund um Berufsorientierung, Ausbildung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und weitere integrationsrelevante Themen. Ergänzt wird das Angebot durch Informationsmaterialien, Linklisten, Handlungshilfen und digitale Werkzeuge, die auch künftig von Beratenden, Multiplikator*innen und Ehrenamtlichen genutzt werden können.
Dr. Clarissa Eck, Koordinatorin bei den bfz Aschaffenburg, fasste die Erfahrungen der vergangenen Jahre zusammen: „Erfolgreiche Integration braucht verlässliche Partner und starke Netzwerke. Die vergangenen vier Jahre haben gezeigt, wie viel bewegt werden kann, wenn unterschiedliche Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Was bleibt: Netzwerke mit Wirkung
Die vorgestellten Beispiele zeigten deutlich, welche Wirkung die gemeinsame Arbeit entfaltet hat. In den vergangenen vier Jahren konnten zahlreiche Kooperationen zwischen Arbeitsagenturen, Bildungseinrichtungen, Migrantenorganisationen, Kommunen und Unternehmen aufgebaut oder vertieft werden. Viele dieser Netzwerke sind heute fest in regionalen Strukturen verankert und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Ausbildungschancen für junge Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbar und erreichbar zu machen.
Die Veranstaltung zeigte, dass Integration dort besonders erfolgreich ist, wo unterschiedliche Akteure ihr Wissen bündeln, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Aus Projektpartnerschaften sind belastbare Netzwerke entstanden, die weit über einzelne Maßnahmen hinaus wirken und in vielen Regionen Bayerns inzwischen selbstverständlich zusammenarbeiten.
Die Arbeit hört nicht auf
Mit dem Forum endete die aktuelle Projektphase. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die in den vergangenen Jahren aufgebauten Netzwerke weiterhin sind. Angesichts der Herausforderungen in den Bereichen Integration, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Fachkräftesicherung bleibt der Bedarf an verlässlichen Informations- und Unterstützungsangeboten hoch.
Beim anschließenden Get-together standen Austausch, Begegnung und Zukunftsperspektiven im Mittelpunkt. Neben dem Stolz auf das Erreichte war vor allem ein Wunsch spürbar, dass die in vier Jahren entstandenen Netzwerke, Kooperationen und erfolgreichen Formate weitergeführt werden können. Denn die Aufgabe bleibt bestehen, auch wenn eine Projektphase endet.



















